Schlechter Ertrag

Im März waren wir in Neapel. Die Stadt, das Essen und die Menschen haben es uns angetan. Auf dem Rückflug gab es diese tolle Buchempfehlung und ich wusste sofort, was ich in diesem Jahr anpflanze. Italienische Flaschentomaten. Für eine Tomatensauce. Nach dem Rezept von Hermina Deiana.

BuchSiehst Du diese wundervoll großen, roten Tomaten? Wer hat da nicht Lust auf Pasta mit Tomatensauce? Das wollte ich auch. Ich hatte Samen im Internet bestellt. Und sie liebevoll im Wohnzimmer angezüchtet.

Tomatendach27 Pflänzchen sind unter das selbstgebaute Tomatendach gezogen. Was habe ich gedüngt, gewässert, die Seitentriebe entfernt und aus dem Kochbuch vorgelesen. Auf jede Blüte war ich stolz, wie auf meine erste Tochter. Ich war auf eine große Ernte vorbereitet. Einweckgläser gekauft und kleine süße Etiketten zum Beschriften.

TomatenNiedlich, oder? Du denkst jetzt vielleicht, dass ich Dir nur die schönsten Exemplare zeige? Ähm…nöööö… das ist meine komplette Ausbeute. Sieben wunderschöne, daumengroße Flaschentomaten. Davon wird vielleicht Zwergnase satt, aber nicht wir.

Der Rest ist schon während des Wachstums verschimmelt. Irgendwas habe ich falsch gemacht. Nur leider weiß ich nicht was.

Aber Hermina hat sich so über meine Buchvorstellung gefreut, dass sie mich ihre Tomatensauce kosten ließ.

GlasUnd was soll ich sagen? Es schmeckt nach Sommer, Sonne, Urlaub und Tomaten.

Nudeln1Mehr Italien für zu Hause geht nicht.

Das ist schon mein zweites schlechtes Tomatenjahr. Vielleicht sollte ich mal umstellen. Etwas neues probieren. Auch wenn die Temperaturen es nicht vermuten lassen. Der Winter naht und ich habe genug Zeit, mir Gedanken um den Garten zu machen.

BlattHerbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

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