Garten…Lust oder Frust?

Der Garten! Lust oder Frust?

Die Gartencenter quellen über an Angeboten mit Gemüsepflanzen, Obstbäumchen und Samen. Selbstversorgung ist zum Trend geworden. Sogar auf dem kleinsten Balkon stehen mindestens eine Tomatenpflanze und ein paar Töpfe mit Kräutern. Urban gardening, die Nutzung von kleinen Flächen zum Anbau von Gemüse, in städtischen Anlagen, findet man immer häufiger.

Salat

 

Salat wächst auch auf dem kleinsten Platz. Genauso wie Petersilie und Rosmarin.

In Balkonkästen, Blumentöpfen oder eine alte Holzkiste.

Für erste Erfahrungen zum Thema Gärtnern reicht das vollkommen.

 

Nach dem Krieg sicherte ein Garten das Überleben. Mit Kohl, Bohnen und Zwiebeln konnte man eine Mahlzeit kochen, die satt macht. Auch noch einige  Jahre später war das Geld knapp und im Winter waren eingewecktes Obst und Gemüse eine günstige Alternative zum Kauf im Supermarkt. Meine Schwiegereltern pflanzen heute noch mit viel Hingabe ihr Lieblingsgemüse an und haben große Erfolge bei ihrer Ernte.

KohlrabiKohlrabi kostet im Supermarkt wirklich nicht viel. Warum sich die Mühe machen und die Erde umgraben, den Samen auf dem Fensterbrett keimen lassen, den Sprößling einpflanzen und dann auch noch daran zu denken, regelmäßig zu gießen?

Weil wir darauf stolz sind, eigenes, schadstofffreies Gemüse zu ernten. Der Geschmack ist dann doppelt so intensiv. Man kann den Kindern zeigen, wieviel Mühe dahinter steckt, dass aus einem Samen eine Frucht wird. Meine Mädels möchten jedes Jahr Zuckererbsen, die sie dann direkt vom Strauch naschen können. Um die Pflege kümmern sie sich liebend gerne alleine.

MangoldVor ein paar Jahre hatte ich Mangold ausgesät. Und er kommt immer wieder. Ich mag den milden Geschmack von Spinat. Gedünstet, mit Knoblauch und Tomaten angebraten und dann mit verquirlten Eiern gestockt. Lecker, wenig Kalorien und ein echter Sattmacher.

EssenMangold enthält viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und Vitamin E, sowie Natrium, Magnesium, Kalium und Eisen. Nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund.

SprechblaseEin Garten bedeutet aber auch Arbeit. Die Erde muss vorbereitet werden. Man kann die Bodenqualität  im Labor auswerten lassen. Ich finde aber, dass man lieber selbst ausprobieren sollte.

Unkraut muss gejätet werden. Auf regelmäßige Wässerung geachtet werden. Bäume und Sträucher dürfen nur zu einer bestimmten Zeit zurück geschnitten werden. Für mich ist das ein bißchen Meditation. Der Geruch von Thymian, Lavendel und Rosen ist Urlaub für die Sinne. Zwischen den Beeten herumwuseln. Hier und da ein Pflänzchen umsetzen. Die Sonne wärmt meinen Rücken. Glück hoch zehn.

In der psychiatrischen und neurologischen Medizin hat man schon länger die beruhigende Wirkung von Gärten erkannt. Nicht nur, dass das viele, satte Grün glücklich macht, sondern auch Patienten dazu bringt, wieder Verantwortung zu übernehmen. Ein halbseiten gelähmter Patient im Rollstuhl kann an einem Blumenkasten, alleine die Stecklinge setzen und sich danach um das Wachstum kümmern.

Was ich gar nicht mag? Rasen mähen. Hecken schneiden oder Schnecken überreden, doch lieber in Nachbargarten zu gehen.

Und es ärgert mich, wenn ich viel Mühe in meine Pflanzen gesteckt habe und am Ende gibt es nicht mal eine Handvoll Früchte. So wie letztes Jahr mit meinen Flaschentomaten. Dieses Jahr habe ich mir einen Mondkalender gekauft. Dann kann ich nachlesen, wann der richtige Zeitpunkt zum Säen, aussetzen und düngen ist.

Heute gab es dann noch mal einen kleinen Tiefschlag für meine Gärtnerkarriere: meine Tochter wollte mich überraschen und hat im Gemüsebeet Unkraut gejätet. Das Resultat: Frühlingszwiebeln und Mairüben sind weg und das Unkraut weiterhin noch da. Na gut, jetzt ist Platz für etwas anderes. Mein Kalender hat da bestimmt einen guten Tipp.

ErdbeereWas ist der Garten für Dich? Lust oder Frust? Freue mich über Deine Meinung!

 

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